Beruf Assistenzhundetrainer

Vor Carolins Fenster plätschert der Bach. Eine gelbe Wolldecke aus Alpakafell eng um ihren Körper geschlungen. In ihrer Hand eine Tasse warmer Kakao, quer über ihre Beine ruht ihre kleine Mischlingshündin.

Sie flüstert ihrer Hündin zu: „Dieser Tag war richtig gut.“

Am Nachmittag hatte eine PTBS-Kundin (Post traumatische Belastungsstörung) der Assistenzhundetrainerin am Ende der Trainingsstunde eine Packung „Merci“ überreicht: „Ich wollte mal Danke sagen. Du hast mir so sehr geholfen. Letzte Woche habe ich mich zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder aus der Wohnung getraut, weil wir zusammen mit Milli geübt haben.“

Quelle: Deutsches Assistenzhunde-Zentrum T.A.R.S.Q / Laurence Opp | AdActa Fotomomente

Beim Gedanken daran spürt Carolin wie sich ihre Augen mit Tränen füllen. „Was für ein großes Geschenk ist es, diesen Job machen zu dürfen. Abends ins Bett zu gehen und zu wissen, man tut was Sinnvolles. Tag für Tag.“

Zum ersten Mal in ihrem Leben hat sie das Gefühl wirklich aktiv beitragen zu können, die Welt für jemanden ein Stück besser zu machen. Das war vor Jahren in ihrem Bürojob ganz anders. Und noch etwas war dort anders. Die Arbeitszeiten. 9 bis 17 Uhr gibt es heute nicht mehr. Jede Trainingsstunde wird persönlich mit dem Kunden abgesprochen. Dadurch kann die junge Mutter ihre Arbeitszeit in die Stunden legen, wenn ihr Sohn in der Kita ist.

Sie freut sich auf den Morgen, wissend ihr Arbeitstag wird mit dem Schwanzwedeln des fröhlichen Golden-Retriever-Welpen ihrer neuen Kunden beginnen. Zwei Jahre wird sie den Welpen auf dem Weg zum Assistenzhund begleiten. In den ersten Wochen wird sie den Schwerpunkt auf die Förderung des Selbstvertrauens und auf den Bindungsaufbau legen. Zudem wird der Welpe spielerisch lernen Freude am Training zu bekommen.

Um den jungen Hund nicht zu überfordern, werden die ersten Trainingsstunden immer am selben ruhigen Ort stattfinden. Doch von Stunde zu Stunde steigt der Schwierigkeitsgrad. Verliert der Welpe altersbedingt seine genetische Ortsbindung, wird jede Trainingsstunde an einem anderen Ort abgehalten. In einem Baumarkt, vor einer Schule, in einem Parkhaus, auf einem Wochenmarkt, in einem Supermarkt oder am Bahnhof. Überall dort, wo der Assistenzhund später arbeiten wird.

Penibel wird die Trainerin jede Stunde altersgerecht planen. Dabei hat sie immer das Ziel im Hinterkopf, dass der Goldie später gerne und stressfrei an jedem Ort arbeiten möchte.

Was gibt es Schöneres, als eine Arbeit mit Hunden machen zu dürfen, die später einmal so eine große Bedeutung haben werden?

Lernen Sie den Beruf Assistenzhundetrainer in unserer Online-Sprechstunde kennen. Die erfahrene Assistenzhundetrainerin Petra Köhler berichtet aus ihrem Arbeitsalltag und beantwortet live all Ihre Fragen.

Sie sind herzlich eingeladen am Montag, 14. Dezember 2020 um 18 Uhr zur Online-Sprechstunde zum Beruf Assistenzhundetrainer zu kommen: https://deutschesassistenzhundezentrum.clickmeeting.com/infostunde-assistenzhundetrainer-werden

Luca Barrett / Deutsches Assistenzhunde-Zentrum T.A.R.S.Q.

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