Wie ich auf den Hund kam

Ich Glückspilz durfte mit einem Familienhund aufwachsen. Allerdings zeigte sich früh meine Affinität zu besonderen Hunden.. unser erster, Speedy ein Cocker Spaniel Mischling, besuchten wir im Tierheim. Er war süss und nett, die ersten 10 Minuten lang. Dann hat er mich gleich mal in die Hand gebissen und um mich war es geschehen. Da stand also dieses 8 jährige Mädchen und heulte wie verrückt, weil sie genau diesen Hund mit nach Haues nehmen wollte – und zwar nur diesen. Ein Hund mit 100 Macken, der schon bei drei Familien lebte, allerdings immer nur kurzzeitig.

Er schnappte nach Händen, zerlegte Handschuhe, jagte Katzen, brach ständig aus und rannte hinter Autos und Motorrädern nach (ich habe oft Blut und Wasser geschwitzt dabei!), bellte die Nachbarn an und hasste den Tierarzt. Genau der Hund für Hundeanfänger. Aber ich war verliebt und liess mich nicht davon abbringen, ihn zu adoptieren. Also zog Speedy bei uns ein, mit all seinen Ticks und seinem unglaublich grossen Herzen. Es wurde eine Liebesgeschichte zwischen einem Hund und einem kleinen Mädchen und Speedy durfte bis zu seinem Ende bei uns bleiben. Das hat sich halt durch meine Leben gezogen, inzwischen bin ich 46ig und hatte -mit einer Ausnahme- nur Hunde aus dem Tierschutz Lara, ein ausrangierter Jagdhund, die das Leben im Haus nicht kannte und entsprechend die ersten Monate nur im Haus ihr Geschäft erledigte (dafür eine Seele von einem Hund war).Nora ein schwieriger Dobimischling, welche aus Deutschland zu uns gebracht wurde, weil sie in der Familie grossen Stress hatte und fremde Leute verbellte und dazu noch eine schwere Spondylose hatte. Tzina eine griechische Mischlingshündin, welche mehrere Jahre auf der Strasse lebte und Welpen aufzog. lieb im Herzen, frei im Geiste… bis zu letzt. Pinocchio ein Podenco der Leute in den Hintern kniff und Katzen am liebsten zum Frühstück ass. Tomte ein schwer traumatisierter Angsthund (Zwergpudel), der aus schlimmster Käfighaltung kam und bei uns das erste Mal Gras unter den Pfoten und Sonne im Fell spüren durfte. Jimmy ein hyperaktiver Border Collie aus Mallorca, der ebenfalls gelernt hatte, seine Zähne einzusetzen und auch sonst alle Tricks kannte, sich sein Leben so zu gestalten, wie er das wollte. Sie alle haben mich gefordert und ich habe unglaublich viel gelernt durch sie. Sie alle haben ihren Platz in meinem Herzen und wir durften mit diesen wunderbaren Wesen schöne Zeiten verbringen. Inzwischen bereichern Woody (Podenco) und Lorena (Bodeguero) mein Leben und ich geniesse es, auch mal Zeit mit “einfachen” Hunden zu verbringen 🙂Mein Herz aber schlägt weiterhin für die Secondhand-Hunde und ich werde mich auch in Zukunft immer für so einen entscheiden.

Anita Trachsel-Gautschi

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