Robert Mehl – Die Entwicklung des Gehirns über die Lebensspanne – und was das für die Praxis bedeutet

Datum/Zeit
Date(s) - 06/03/2021 - 07/03/2021
10:00 - 17:00

Veranstaltungsort
Online Webinar

Kategorien


Das Gehirn entwickelt sich aus der Interaktion von Genen und Umwelt. Dieser Prozess beginnt noch vor der Geburt und endet erst, wenn das Gehirn seine Aktivität im Tod vollständig eingestellt hat. Ein Einblick in diese Entwicklung ermöglicht Hundehaltern und Trainern zu verstehen, wie Probleme im Erleben und Verhalten von Hunden entstehen, wie Lernen auf neurobiologischer Ebene funktioniert und wie man die Entwicklung des Gehirns bewusst und unbewusst beeinflusst. Dieser Prozess von Aufbauen, Umbauen und Degeneration bringt das individuelle Verhalten des Hundes in den einzelnen Lebensphasen hervor. Um Hundeverhalten besser zu verstehen, ist es daher hilfreich, mehr über die Entwicklung des Gehirns zu wissen.

Das Seminar beginnt vor der Geburt des Hundes mit der Entstehung des Gehirns aus der befruchteten Eizelle, seiner pränatalen Entwicklung und der Interaktion von Umwelt (pränatale Erfahrungen, Gifte, Stress, u. a.) und Genetik in diesem Stadium. Indem wir betrachten, was in diesem Entwicklungsschritt schiefgehen kann, wird verständlich, warum einige Welpen bereits mit Problemen zur Welt kommen.

Nach der Geburt beginnt der erste große Umbau des Gehirns. Umwelteinflüsse gewinnen jetzt an Bedeutung. Das Gehirn des Welpen durchlebt verschiedene Entwicklungsschübe und sensible Phasen. Indem wir die Prozesse in dieser Phase betrachten, verstehen wir mehr darüber, was Welpen brauchen und warum sie es brauchen. In dem Zusammenhang reissen wir auch das wichtige Thema Bindung an.

In der Pubertät erfährt das Gehirn erneut einen bedeutsamen Umbau. Jetzt tritt die Persönlichkeit deutlich hervor, Empathie und Selbstkontrolle gewinnen an Bedeutung. Wir betrachten das Gehirn beim Erwachsenwerden und verstehen dadurch, was pubertierende Hunde leisten können (und was nicht) und welche Bedingungen ihnen helfen, verlässliche Sozialpartner zu werden.

Auch das erwachsene Gehirn bleibt plastisch, verändert sich, ermöglicht dadurch lebenslanges Lernen auf kognitiver und emotionaler Ebene. Zu wissen, wie das Gehirn lernt, ermöglicht uns zu verstehen, wie z. B. psychische und Verhaltensstörungen entstehen und unter welchen Bedingungen sich Erleben und Verhalten verändern kann.

Im Alter nehmen die degenerativen Prozesse zu. Erkrankungen wie Demenz können auftreten. Aber auch alte Hunde können lernen und sich verändern.

Indem wir die Entwicklung des Gehirns über die gesamte Lebensspanne betrachten, werden Zusammenhänge deutlich, die bei der Betrachtung nur einzelner Lebensphasen verloren gehen. Nach dem Seminar haben die Teilnehmer einen ganzheitlicheren Blick auf ihren Hund und können ihre Erziehungs- und Trainingsmassnahmen auf seine neurobiologische Struktur und deren Bedürfnisse abstimmen.

Das Seminar richtet sich an Hundehalter und Hundetrainer. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung theoretischer Kenntnisse, die anhand von Beispielen anschaulich beleuchtet werden. Konkrete Fälle der Teilnehmer werden nicht besprochen. Das Seminar enthält keine praktischen verhaltenstherapeutischen Arbeiten und ersetzt keine Verhaltenstherapie und keine Ausbildung bei einem in der Behandlung von psychischen Störungen bei Hunden erfolgreichem Fachtierarzt bzw. Hundetrainer oder Ausbildungsinstitut.

Robert Mehl ist Diplom-Psychologe und Kriminologe (M.A.). Er ist Dozent und Teamleiter des Bereichs Hundepsychotherapie bei dogument und Dozent bei D.O.G. People. Zudem ist er als Referent sowie Coach und Systemischer Berater tätig.

Er studierte in Magdeburg, Tucson (Arizona, USA) und Hamburg und war anschliessend Mitarbeiter an der Universität Magdeburg im Fachbereich Klinische Psychologie mit dem Forschungsschwerpunkt «Neurobiologische Grundlagen von Aggression», Autor von neurowissenschaftlichen Fachartikeln und leitete Seminare zum Thema Diagnostik und Forschungsmethoden (EEG).

Mit therapeutischen Zusatzausbildungen als «Systemischer Berater und Familientherapeut» (DGSF) und für den «Professionellen Einsatz von Hunden in der Therapie» (dogument) arbeitete er als Psychologe und Systemischer Therapeut mit seiner von «dogument» zertifizierten Therapiehündin in einer Jugendanstalt mit jungen Straftätern.

Als Leiter des Kriminologischen Dienstes des Landes Sachsen-Anhalt arbeitete er u.a. an der Entwicklung von VBA-Lösungen zur computergestützten, standardisierten Diagnostik und leitete kriminologische Forschungsprojekte.

Anschliessend arbeitete er in einer Praxis für Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie mit den Schwerpunkten Diagnostik, Familienberatung und Systemische Therapie.

Details

Samstag, 6. und Sonntag, 7. März 2021
2-Tage-Live-Web-Seminar
Sa., 10.00 bis ca. 17.00 Uhr
So., 10.00 bis ca. 17.00 Uhr
jeweils ca. 40 Min. Mittagspause
sowie vormittags und nachmittags kurze Pause
Durchführungsort: online
Teilnahme: 320 Euro
Seminarsprache: Deutsch

Die Anzahl der Plätze ist begrenzt!
Offen für alle Interessierten

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Info unter https://herrchen.ch/seminar-robert-mehl2.php

Anmeldung direkt unter https://herrchen.ch/seminar-robert-mehl2.php#zum-formular

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