Knorpelregeneration im Hüftgelenk infolge Akupunktur-Behandlung

Die Hüftdysplasie des Hundes ist nach wie vor trotz Zuchtselektion ein insbesondere bei großen Rassen weit verbreitetes, angeborenes Problem des Hundes. Bei der Hüftdysplasie liegt der Oberschenkel-Kopf nicht ausreichend tief in der Hüftpfanne und ist locker. Gründe hierfür sind zu kleine Oberschenkelköpfe, zu viel „Gelenksspiel“ oder zu flache Gelenkpfannen. Ist die Gelenksfläche im Hüftgelenk zu flach, kommt es zu einer Lastverteilung auf die kleinere Gelenksfläche und einer übermäßigen Abnutzung des Knorpels. Durch eine zu lockere Hüfte kommt es zusätzlich zu einem unphysiologischen, seitlichen Abrutschen des Oberschenkelkopfes in der Gelenkspfanne und damit zu einer Einwirkung von Scherkräften auf die Knorpelfläche, die diese schädigen. Die Verkürzung der hüftbewegenden Muskeln M. glutaeus medius, M. glutaeus profundus und M. adductor magnus infolge eines Schutzreflexes führt weiterhin zu einem pathologischen Zug in Richtung des kranialen Pfannenrandes und einem Abrieb der oberflächlichen Knorpelzellschichten im betroffenen Bereich. Die Fehlbildungen des Hüftgelenks führen in der Folge während jeder Bewegung zu einem Verschleiß des Gelenkknorpels, und zwangsläufig zu schmerzhaften Prozessen wie Osteoarthritis und Arthrose. Gewicht, Überbelastung, Ernährung und Alter beeinflussen zusätzlich den Verlauf der Erkrankung.

Vor und nach der Goldakupunkturbehandlung

In unserer Praxis behandeln wir Schmerzpatienten seit vielen Jahren erfolgreich mit der Methode der Akupunktur. Insbesondere die Goldakupunktur stellt eine schonende Dauerhilfe für Patienten mit chronisch schmerzhaften Gelenkserkrankungen dar. Für die Goldakupunktur werden alle relevanten Schmerzsituationen durch eine gründliche Vorberichtserhebung, eine sorgfältige Gangbildanalyse und eine anschließende Triggerpunktuntersuchung erfasst und gegebenenfalls behandelt. In Narkose werden kleine stiftförmige Golddrahtstücke an die entsprechenden Akupunkturpunkte in die Muskulatur oder unter die Haut eingesetzt. Die Golddrahtstücke wachsen ohne Probleme im Gewebe ein und bleiben ein Leben lang an ihrer gewünschten Stelle aktiv. Die Goldimplantate wirken dabei symptomatisch: Es kommt zur Muskelentspannung und zur Ausschüttung von körpereigener, schmerzregulierender Substanzen wie Endorphine. Die Lebensqualität und Bewegungsfreude der Patienten wird in vielen Fällen ganz wesentlich verbessert. Durch die nachhaltige Schmerzreduktion kommt es im Körper der Patienten mit der Zeit zu einer besseren Lastaufnahme und -verteilung, und in Folge zum (Wieder-)Aufbau von Muskulatur. Hüftdysplasie-Patienten entwickeln beispielsweise eine erhöhte Stabilität im Hüftgelenk.

Im gesunden Gelenk überzieht Knorpel die auf- oder ineinander passenden Knochenflächen. Der Gelenkknorpel ist ein druck- und biegungselastisches, stoßdämpfendes Stützgewebe, dessen glatte Oberfläche dafür sorgt, dass die beteiligten Knochen bei Bewegung reibungslos übereinander gleiten. Das gesamte Gelenk wird durch eine Gelenkkapsel umschlossen, welches die Knochen fixiert. Diese ist mit der sog. Synovialmembran ausgekleidet, die die Gelenksschmiere produziert, welche den Knorpel mit Nährstoffen versorgt. Im Knorpelgewebe differenzieren sich Chondroblasten (sog. Knorpel-Urzellen) am Übergang zum Knochen in der Chondroblasten-Gewebsschicht zu Chondrozyten (Knorpelzellen), die an der Knorpeloberfläche für die Regeneration der natürlichen Knorpelabnutzung sorgen.

Um eine Knorpelregeneration im schon geschädigten Hüftgelenk zu erzielen muss die Chondroblasten-Gewebsschicht im Knorpelgewebe noch intakt sein, damit sie Chondrozyten nachproduzieren kann. Ist der Knorpel schon zu sehr geschädigt, stagniert dieser physiologische Prozess. Ob eine Chondroblasten-Gewebsschicht noch intakt ist, kann weder im Röntgen noch im CT festgestellt werden, sondern kann nur im MRT bestätigt werden. Zusätzlich sollte ein Schmerzpatient seine Lastachsen nach der Goldakupunktur normal bedienen, um weitere Fehlbelastungen der Gelenke zu verhindern und eine Regeneration der geschädigten Bereiche zu ermöglichen.

Peter Rosin (Tierarzt) / www.rosin.berlin

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