Maulkörbe

Ein Artikel von Lina Annen, Maulkorb-Shop (dog-community.ch)

Noch vor wenigen Jahrzehnten begegnete man dem Hundemaulkorb eigentlich nur im Diensthundewesen. Viele „Normalhundehalter“ haben auch heutzutage noch nie einen Maulkorb in der Hand gehalten. Andere hingegen sind aufgrund der Rassenwahl notgedrungen schon vor Anschaffung ihres Tieres mit dem Thema konfrontiert.

Klar ist: der Maulkorb ist ein Hilfemittel bei dem man froh ist, wenn man es nicht zwingend braucht. Aber ist es mit der Leine nicht auch so? Klappt alles OHNE ist es am schönsten, wenn nicht, ist es MIT so viel entspannter!

Mittendrin statt nie dabei! Das Motto von maulkorb-shop.ch

Die Zahl der Hunde, die wegen Schnappen/Zwicken/Beissen in die Hundeschule (oder ins Tierheim) kommen, steigt stetig. Ein Maulkorb sorgt auf verschiedenen Ebenen für Erleichterung im Training auffällig gewordener Vierbeiner. Das Verletzungsrisiko wird verringert, was sich psychologisch auf menschlicher Seite so gut wie immer positiv auswirkt. Kritische Situation können dadurch viel lockerer angegangen werden – und das merkt wiederum der Hund.

Maulkorbträger – selten, manchmal, immer

Was die Tragedauer angeht gibt es allerlei Abstufungen. Hunde, die

• ohne nicht zu handeln sind
• im Kontakt mit Artgenossen abgesichert werden
• aufgrund von behördlichen Anordnungen draussen immer einen tragen
• im häuslichen Bereich abgesichert werden wenn Besuch kommt
• situativ beim Tierarzt gesichert werden…

Doch längst nicht alle unserer Caniden, die einen Maulkorb tragen (müssen) sind „auffällig“ geworden. Auch bei Reisen in viele Nachbarländer ist das Thema nicht mehr auszublenden. In Österreich gilt in vielen Innenstädten und im ÖV Maulkorbpflicht. In Italien ist es regelgerecht Pflicht immer einen Maulkorb pro Hund mit sich zu tragen. Und es gibt in vielen Ländern/Regionen unterschiedliche Bestimmungen je nach Rasse. Z.B. in Kroatien sind meines Wissens u.a. der belgische und deutsche Schäferhund, und auch der Bernhardiner, auf der Liste mit genereller Maulkorbpflicht.

Nicht zu vergessen: die Vierbeiner, die gern ungesundes Zeug fressen. Hier kann ein Maulkorb helfen, dieses oft schon zur Gewohnheit gewordene Verhalten, zu durchbrechen.

Maulkorbkauf – das gilt es zu beachten

• Material zweckmässig wählen
• genug Platz zum Hecheln und Trinken
• guter Sitz des Maulkorbes

Das Material sorgt oft für Diskussionen unter Hundehaltern. Ich finde es wichtig, zu überlegen, wofür und warum der Maulkorb gebraucht wird!

Maulkörbe aus Kunststoff haben ihre Berechtigung bei kleinen Hunden sowie Hunden, die nicht als sehr ernsthaft einzustufen sind. Und wenn der Hund „Themen“ mit Menschen hat, vor allem wenn Kinder involviert sind! Hier ist der Hundekopf nicht selten auf Gesichtshöhe, da ist Kunststoff auf jeden Fall Metall vorzuziehen.

Weiterhin macht ein leichter Maulkorb Sinn bei allen vierbeinigen Kandidaten, die nett sind und den Korb nur als „Urlaubsaccessoire“ benötigen.

Die meist verkauften Modelle bei mir sind jedoch Metallmaulkörbe auch Draht-/oder Gittermaulkörbe genannt. Hier gibt es die grösste Vielfalt an Passformen und sie werden erfahrungsgemäss sehr gerne getragen. Denn ein Vorteil besteht darin, dass man sie durch biegen individuell anpassen kann. Je grösser der Hund und je ernsthafter seine Absichten, desto fester muss das Material sein. Ein 25 kg Hund beisst, wenn er will, Kunststoff oder gar flexibles Material wie Leder/Biothane durch als wäre da nichts! Jeder Hundehalter muss daher für seine Situation entscheiden, welches Material stimmig ist!

Und wie muss er sein, so ein Maulkorb der gut passt?

Hier herrscht noch sehr viel Aufklärungsbedarf. Oft werden Maulkörbe schlicht viel zu klein gekauft. Da ein Maulkorb immer eine Einschränkung für den Hund bedeutet, ist es umso massgebender, dass er bequem zu tragen ist. Genug Tiefe/Umfang ist dafür enorm wichtig. Hunde regulieren ihre Körpertemperatur (bei Hitze) fast ausschliesslich durch hecheln. Das Öffnen des Fangs sollte daher auch mit Maulkorb bequem möglich sein. Muss der Maulkorb oft und länger getragen werden, evtl. sogar bei sportlichen Aktivitäten, ist dieser Punkt natürlich besonders gewichtig.

Die Länge ist so zu wählen, dass die Nasenspitze frei ist. Der Korb darf dort nicht aufliegen und es sollte ca. 1-2 cm Platz nach vorne sein.

Länge: Nasenspitze frei. 1-2cm Platz nach vorne

Und die Breite sollte zum Hundetyp/Kopf passen. Vor allem bei Molosser-artigen daran denken, dass diese oft auch in die Breite hecheln. Der Korb darf seitlich nicht drücken, sollte aber – je nach Bauart – eng anliegen um stabil zu sitzen und unnötiges wackeln zu verhindern.

Maulkorb Training – kann man machen, muss man aber nicht übertreiben

Wie macht man das mit anderen Accessoires beim Hund (Halsband, Geschirr)? Nach Möglichkeit dem Hund behutsam vermitteln was man vor hat, aber nicht über Wochen oder Monate kleinstschrittig üben. In der Regel anziehen, loslaufen, normal werden lassen. (Klar kann es Ausnahmen geben, da muss man dann kreativ werden.)

Und mit dem Maulkorb? – genau so.

Wenn man einen jungen Hund hat kann man es spielerisch angehen: Joghurtbecher aus schlecken (also die Schnauze in etwas enges rein stecken) wird kein Feinschmecker abschlagen. Ein bisschen später sind da Leckerli drin in so einem Becher, und dann ist es kein Becher mehr sondern ein Maulkorb…

Wer gerne mit Klicker arbeitet hat eine super Möglichkeit seinem Hund beizubringen, die Nase selbständig in den Korb zu stecken und auch mal drin zu lassen. Den Maulkorb beim Start zum Spaziergang mit anzuziehen, also in einer Situation mit freudiger Erwartungshaltung beim Hund, kann auch eine Möglichkeit sein.

Aber wer die Zeit nicht hat, da der Hund gesichert werden muss, darf den Maulkorb auch einfach seinem Vierbeiner anziehen. Punkt.

Ist der Korb passend gewählt, wird er meist problemlos getragen und behindert den Alltag erstaunlich wenig. Trinken, Rennen, Austausch mit Artgenossen, Schwimmen, Schlafen ist alles möglich.

Lina Annen, Maulkorb-Shop (dog-community.ch)

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