Mein Leben mit Hunden aus dem Tierschutz..

Gerne würde ich euch erzählen, wie ich auf den Tierschutzhund kam und wie mein Leben mit diesen Hunden läuft, oder manchmal eben nicht so läuft 🙈😁

Vor gut 4 Jahren entschied ich mich, mir wieder einen Hund zuzulegen. Gioja war damals schon 15 Jahre nicht mehr am Leben und ich vermisste etwas. Für mich war klar, dass ich keinen Welpen oder Junghund möchte, also durchsuchte ich ganz viele Tierheime, nach dem passenden Hund für mich. Ich fand sogar zwei, drei Hunde, die in Frage kamen, rief auch die Tierheime an und bekam immer die selbe Antwort: sie arbeiten und sind alleine? Nein, dann bekommen sie keinen Hund von uns. Obwohl ich ihnen von meinen Arbeitszeiten erzählte und auch, dass der Hund ab und zu mitkommen kann, lehnten die Tierheime ab.

Irgendwann stiess ich auf eine Schweizer Vermittlungsseite, die ältere Hunde vermittelte und fand da MEINEN Hund. Mit wenig Hoffnung füllte ich den Fragebogen aus und bald meldete sich die Vermittlerin bei mir. Ich bekam die Chance und durfte Merlin zu Beginn meiner Ferien im Tessin abholen. Merlin lebte viele Jahre in einem Canile in Apulien. Leider wird in diesen Caniles das Geld, welches sie vom Staat pro Hund bekommen, nicht für die Hunde, sondern für ihre eigene Hosentasche gebraucht. Die Hunde werden vernachlässigt, bekommen selten Futter und müssen um das Überleben kämpfen. So auch Merlin. Als ihn Tierschützer raus holten und in ein privates Tierheim in Norditalien brachten, konnte man Merlin nicht anfassen. Nach einem Jahr fasste er dann so viel Vertrauen, dass ihn Elisabetta vorsichtig berühren konnte. Vier Jahre arbeitete sie dann mit Merlin, ging mit ihm spazieren und schenkte ihm Liebe…bis ich ihn adoptierte.

All dies wurde der Vermittlerin und dadurch auch mir, verschwiegen. Uns wurde gesagt, dass er Ressourcen verteidigt und ich mit Tauschgeschäften arbeiten solle. Merlin war ein absolut toller Hund, der so dankbar und voller Liebe war. Im Nachhinein bin ich sehr froh, wusste ich nicht, dass er ein Beisser war, denn sonst hätte ich mich nie getraut, ihn zu adoptieren und ich hätte den besten Hund nie kennen und lieben gelernt. Leider musste ich ihn im Februar gehen lassen. Letztes Jahr im September, fragte mich eine Tierschützerin, ob ich nicht einen Pyrenäenberghund bei mir aufnehmen könnte. Er sei halb verhungert und eher ängstlich. Ich sah die Fotos und sagte ja. Im September 2019 kam dann Angelo bei mir an. Eine gebrochene Seele, die aufs gröbste misshandelt wurde. Angelo hatte vor allem und jedem Angst.

Ich zweifelte daran, dass ich ihn so hinbekomme, dass es für ihn ein lebenswertes Leben sein wird. In kleinen Schritten, mit sehr viel Geduld, Liebe und auch einigen Rückschlägen, hat er sich zu einem stolzen Pyri verwandelt. Menschen findet er immer noch unnötig, ausser mich natürlich 😄, und es gibt immer noch ganz viele Dinge, vor denen er sich gruselt, aber wenn niemand Fremdes zu sehen ist, ist er der Grösste 😉.

Als Merlin gehen musste, machte Angelo eine grossen Schritt in die richtige Richtung, aber ich merkte auch, dass ich alleine nicht so weiter komme, wie ich es gerne hätte. Durch Zufall sah ich Miss Eli auf Fb. Eine Bulgarin, die im Shelter abgegeben wurde, da man sie nicht mehr zum Züchten brauchen konnte. Miss Eli kam diesen Juni zu mir. Eine selbstbewusste Dame, die weiss, was sie will und vor allem was sie nicht will 🙈 Vermutlich ein Karakatschan. Miss Eli liebt Menschen und liebt auch die Nähe zu ihnen. Fremde Hunde findet sie im ersten Moment alles andere als toll und zeigt dies sehr deutlich.

Aber wenn wir die Möglichkeit haben, ein paar Schritte zusammen zu laufen, ist es für sie in Ordnung. Ihr Herdenschutztrieb kommt auch zum Vorschein. Ich würde immer wieder Hunde aus dem Tierschutz nehmen. Auch wenn es sehr viel Arbeit ist und ich Geduld aufbringen muss. Diese Hunde sind so dankbar und zeigen es einem täglich. Mir ist bewusst, dass es nur ein Tropfen auf den heissen Stein ist…aber jeder Hund, den man aus der Tötung holt, ist einer weniger da drin. Mir ist es dabei wichtig, dass die Organisation seriös ist und nicht in die eigene Tasche wirtschaftet.

Nadja Birchler

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