Milderung von Angst und Aggression bei Hunden (und Katzen) in einem veterinärmedizinischen Umfeld

Ein hoher Prozentsatz von Hunden und Katzen hat Angst beim Tierarztbesuch, was in einigen Fällen auch zu Aggressionen führen kann. Im Artikel werden Faktoren diskutiert, die zu negativen Emotionen bei Tieren in der Tierarzt-Situation beitragen und wie diese vermieden werden können. Wir fassen kurz die momentane Studienlage zu den erörterten Interventionen zusammen.

Die Einrichtung des Wartebereichs (z.B. Trennwände, erhöhte Stellplätze für Katzentransportboxen), die Anpassung der Untersuchung und der Behandlung an die Bedürfnisse des individuelle Tieres, eine rücksichtsvolle Handhabung (Festhalten so wenig wie möglich und so viel wie nötig, kein in die Ecke Drängen des Tieres) und das Angebot hochwertiger Leckerlis oder Spielzeug können Sicherheit vermitteln und im Idealfall positive Assoziationen fördern. Desensibilisierung und Gegenkonditionierung sind sehr zu empfehlen, einerseits um negative Emotionen zu vermeiden, andererseits in der Behandlung von bestehenden Ängsten. Kurzfristige Schmerzen durch Injektionen können durch taktile Ablenkung (z.B. Kraulen kurz vor und während der Injektion) und Ablenkung mittels Futter minimiert werden. Die Verwendung von Schmerzmitteln kann für bekannt schmerzhafte Prozeduren wie Ohrenreinigungen oder das Entleeren der Analdrüsen angebracht sein. Empfehlungen für den Umgang mit ängstlichen Tieren zur Minimierung aggressiver Reaktionen werden diskutiert. Angstlösende Mittel oder Sedierung sollten dann angewendet werden, wenn die Gefahr besteht, dass ein Tier traumatisiert werden kann oder aus Sicherheitsgründen für das Tier, den Tierhalter und das tierärztliche Personal.

Stressabbauende Maßnahmen können Ängste und Stress bei den Patienten und damit deren Besitzern verringern, wodurch die Beziehung zu den Kunden gestärkt und die berufliche Zufriedenheit des Veterinärpersonals erhöht wird.

Das gesamte Paper können Sie hier (auf Englisch) lesen

Quelle: Dr. Stefanie Riemer, Companion Animal Behaviour Group, Abteilung Tierschutz, Vetsuisse Fakultät, Universität Bern www.hundeunibern.ch, www.facebook.com/hundeunibern

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