Unser Sommer auf der Alp (2/2)

🐶❤️🏔🐮 Bereits nach dieser kurzen Zeit freuten sich Rocky und Maïly auf das morgendliche Küheholen. Sobald ich am Morgen zum Haus heraus kam rannten die beiden schon los in Richtung Kühe. Rocky war kaum zu bremsen…Immer noch begleitete mich Rocky an der Leine, während Maïly versuchte mit Bellen die Kühe zum Stall zu treiben. Mittlerweile wollte der Rocky auch selber den Kühen hinter her. Ich wusste ja, dass er für seine 8 Monate gut auf den Rückruf und auf das Signal Warten hörte und sein Selbstvertrauen mittlerweile sehr gewachsen ist. Trotzdem traute ich mich nicht wirklich ihn von der Leine zu lassen. Was würde passieren, wenn er die Kühe plötzlich irgendwohin jagt? Für völlige Unruhe sorgt? Nicht mehr hört? Oder in seinem Übermut sogar von einer Kuh getreten oder überrannt wird? Ich möchte nicht riskieren, dass er wegen so einem dummen Fehler für immer Angst vor Kühen hat und plötzlich nicht einsetzbar wäre…Beim Abendessen habe ich meine Bedenken geäussert und der Bruder des Bauern meinte: «Ja irgendwann muss er es lernen und ohne es auszuprobieren wirst du nicht herausfinden, ob und wie er es macht. Wir sind da nicht so zimperlich, probiere es aus. Kannst ihn ja immer noch anleinen. Wäre schon super, wenn er es macht. Momentan haben wir aber nicht allzu grosse Hoffnungen, da er doch eher Angst hat vor den Kühen. Er ist sonst ein toller Hund und überall dabei, dann wird es halt «nur» ein Familienhund. Am nächsten Morgen ging es dann los. Mittlerweile zog mich Rocky am liebsten den Kühen hinterher. Nachdem wir sie umrundet hatten und ich Maïly losschicke, löste ich die Leine von Rocky. Zuerst schaute ich, dass er bei mir blieb. Neugierig wollt er gleich mit Maïly mit, liess sich aber wieder abrufen oder stoppen. Nach ein paar Minuten motivierte ihn und er lief mit Maïly mit zu den Kühen. Von da an war es einfach nur noch mega spannend die beiden Hunde zu beobachten und von und mit ihnen zu lernen. Immer wieder rief ich die beiden Hunde ab oder liess sie warten. Beide machten es toll und Rocky orientierte sich meistens an Maïly. Laut Tierheim ist Maïly, wie Rocky auch, ein Border Collie x Berner Sennenhund Mix. Obwohl die beiden Hunde Respekt haben vor den grossen Kühen und einige ähnliche Charaktereigenschaften aufweisen, sind sie bei der Arbeit an den Kühen wie Tag und Nacht. Während Maïly in Appenzellermanier (der muss irgendwo definitiv drin stecken 😉 ) über die Wiesen hüpft, sich nicht allzu weit entfernt und laut bellend die Kühe treibt, spielt Rocky den Border Collie. Im Bordergang geht er auf die Kühe zu, starrt sie an und bringt sie so in Bewegung, zur Not zwickt er sie auch einmal in die Füsse. Trotz der Unterschiede haben sich die Hunde super gut ergänzt und viel voneinander gelernt. Während die Kühe liefen war Rocky mutig und lief hinter ihnen her. Sobald sich aber eine umdrehte, sank sein Herz in die Hose und sein Mut war weg. In solchen Momenten war Maïly eine gute Unterstützung. Egal aus welcher Distanz, sobald Rocky Unsicherheit zeigte, liess ich sie bellen und sein Mut kehrte zurück… ganz im Sinne von «Gemeinsam sind wir stark». Für Rocky hingegen war keine Distanz zu weit. Dank ihm löste sich auch Maïly viel weiter, um die Kühe zu holen. Auch alleine konnte ich sie auf 100m und mehr schicken um z.B. die Ziegen zu holen. Sie rannte hin, bellte 2-3x und rannte dann wieder zu mir zurück mit den Ziegen die schön brav hinter ihr her rannten. Nach ein paar weiteren Wochen war mein Job nicht mehr so anstrengend … ich lief zwar immer noch den Berg hinauf, aber musste nicht mehr jede Kuh einzeln einsammeln 😛Es war eine wunderschöne Arbeit! Ich lernte viel von den Hunden und sie anfangs viel von mir. Mit meiner Unterstützung wachste Maïlys Selbstvertrauen und sie unterstützte und motivierte dann Rocky. Gemeinsam waren sie ein tolles Team, ergänzten sich und halfen einander, wenn einmal Clodin, Vanessa, Delia oder auch die Katja nicht so recht wollten 😉 Ich weiss es ist nicht perfekt und Rocky muss noch viel lernen. Vor allem, dass er von hinten an die Kühe heran gehen sollte. Ich finde aber für die paar Wochen Zeit und mit der anfänglichen Angst vor den Kühen, hat sich doch einiges getan. Ich denke nächsten Sommer macht Rocky dann einen wunderbaren Job auf der Alp. Das erste Video zeigt eine Sequenz von der zweiten Woche. Maïly sind die Kühe egal, sie bellt einfach ungezielt irgendwo hin und läuft mit mir hinterher. Rocky hat bereits keine Angst mehr vor dem Bellen und läuft soweit ohne Probleme den Kühen hinter her. Beim zweiten Video seht ihr wie sie sich schon viel besser lösen, gezielt Kühe holen und auch weiter treiben, wenn diese nicht vorwärts wollen.

Nadja Isenschmid

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