Unser Sommer auf der Alp (1/2)

Wie lernt man Kühe zu treiben – Nach meiner tollen Saison in Schweden habe ich nach einer Arbeit umgesehen und für eine Stelle als Alplehrerin beworben. Leider war die Stelle schon vergeben, aber für während der Schulzeit von 10 Wochen wurde eine landwirtschaftliche Mitarbeiterin gesucht… so kam es, dass ich zusammen mit Maïly meinen Sommer auf der Alp verbrachte und viele neue und tolle Erfahrungen sammeln durfte 🙂 Früh am Morgen holte ich bei Sonnenaufgang die Kühe. Definitiv die schönste Arbeit des Tages ❤️Dabei sollte ich dem jungen Rocky das Treiben der Kühe beibringen … junger sensibler Bordermischling, welcher Angst hatte vor den grossen Tieren. Na Bravo …sobald die Kühe nahe waren und die Glocken bimmelten oder mein Hund bellte zuckte er zusammen und verschwand…tolle Voraussetzungen 😉 Zumal Maïly auch 8 Jahre lang nichts mit Kühen zu tun hatte, ausser brav an ihnen vorbei wandern in den Bergen. Auch sie hatte Respekt vor den grossen Tieren …Ich machte das beste aus der Situation, gewöhnte Rocky an das Bellen von Maïly und lief mit beiden Hunden in genügend Abstand den Kühen hinter her… immer so dass sich Rocky wohlfühlte und viele Leckerlies abstauben konnte… zugleich gewann auch Maïly an Selbstvertrauen. Sobald eine Kuh stehen blieb gab ich ihr das Signal “Gib Laut” und sie merkte schnell einmal, dass dies half die Kühe zum Weiterlaufen zu bringen.Bereits nach einigen Tagen wurde es zu einer Routine die Kühe zu holen. Rocky fühlte sich schon viel sicherer und Maïly machte ihre ersten Erfahrungen an den jungen Rindern. Wir mussten sie für die Kontrolle zum Stall hochtreiben. Für Rocky war das definitiv noch zu beängstigend. Er lief mit dem Besitzer am Rand ausserhalb der Weide hoch und konnte alles aus sicherer Distanz beobachten. Maïly und ich machten an diesem Tag unsere wertvollste Erfahrung bezüglich Teamarbeit und gegenseitiger Unterstützung 😉 Die Rinder kannten es nämlich noch nicht mit Hunden getrieben zu werden und kamen kurz zu uns schauen oder blieben einfach stehen.. Maïly war aber hartnäckig, hat sie angebellt und ich konnte ihr den Rücken stärken indem ich ein wenig mit dem Stock wedelte. Diese Unterstützung reichte schon aus das die Rinder losliefen und Maïly das Gefühl hatte, sie hätte alles alleine gemacht. Von da an war sie viel mutiger und wusste ok, hartnäckig bleiben die Kühe und Rinder laufen dann schon …Soweit so gut … nach 1-2 Wochen fühlten sich die Hunde immer mutiger und selbstsicherer … nur war es immer noch etwas anstrengend für mich 😉 Rocky war an der Leine dabei und Maïly löste sich nicht weiter als 15-20m von mir um die Kühe anzubellen. Somit rannte ich früh morgens irgendwo die Hügel hoch und runter um ja alle Kühe irgendwo zu finden … schliesslich waren die jungen Kühe wie z.B. Clodin, Delia & Vanessa noch nicht wahnsinnig beeindruckt von den Hunden und fanden weit verteilt weiter Gras fressen angenehmer als in den Stall zu kommen … so hiess es Alpenfitness für die Hunde und mich … hoch runter …. alles hopp hopp hopp … na los … hüa hopp … gömer hei … *ausseratem* …allez allez … hopp … chömet chömet chömet … *keuchen* …allez allez … hüüüü …*schnauf* … und doch war es einfach nur wunderschön, wenn dann die Sonne über den Hügel kam und alles im goldenen Morgenlicht glänzte ❤️

Nadja Isenschmid

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