TIR-News – Verbotene Hilfsmittel in der Hundeerziehung

Quelle: https://www.tierimrecht.org/de/news/newsmeldungen-2021/2021-05-10-verbotene-hilfsmittel-in-der-hundeerziehung/

Ein Hund muss einen ausgeglichenen Charakter haben und gut sozialisiert sein, zudem darf er sich Menschen und anderen Tieren gegenüber nicht aggressiv zeigen und diese nicht gefährden. Im Zusammenhang mit diesen Grundsätzen tauchen immer wieder Fragen zu zulässigen Hilfsmitteln bei der Zucht und Haltung sowie beim Umgang mit Hunden auf. Dies insbesondere, weil im Handel auch Hilfsmittel angeboten werden dürfen, deren Anwendung in der Schweiz untersagt ist.

TIR 10.05.2021

Im Umgang mit Hunden sind gemäss Schweizer Tierschutzgesetzgebung unter anderem das Misshandeln, Vernachlässigen und das unnötige Überanstrengen klar verboten. Die Tierschutzverordnung enthält ausserdem spezielle Bestimmungen, die den Einsatz von Hilfsmitteln für die Hundeerziehung regeln. Dabei gilt, dass die Verwendung dieser Hilfsmittel einem Hund weder Verletzungen oder erhebliche Schmerzen zufügen noch ihn stark reizen oder in Angst versetzen darf. Sind Verhaltenskorrekturen notwendig, müssen diese stets der Situation angepasst werden und in einem direkten Zusammenhang zum Fehlverhalten stehen. Hundehaltende haben ihre Tiere unter Beachtung dieser Grundsätze zu erziehen. Zu befürworten ist dabei die nachhaltigere Methode des “gewaltfreien Hundetrainings”. Weiterführende Informationen hierzu und der daraus entstandenen Initiative finden Sie hier. Im Umgang mit Hunden nicht erlaubt sind auch Geräte, die elektrisieren, für das Tier sehr unangenehme akustische Signale aussenden oder durch chemische Stoffe wirken. Verboten sind ferner sogenannte Bellstopp-Geräte, die Duftstoffe, Wasser oder Druckluft ausstossen, wenn der Hund Laute äussert. Dabei ist es unerheblich, ob die Halsbänder automatisch reagieren oder manuell ausgelöst werden. Untersagt ist somit auch der – in der Praxis leider noch immer häufig zum Einsatz kommende – Wasserstrahl aus einer Flasche zur Verhinderung von Laut- oder Schmerzensäusserungen. Gesetzeswidrig sind zudem Strafschüsse, das Verwenden von Zughalsbändern und sogenannten Haltis ohne Stopp, von Stachelhalsbändern, Lendenleinen sowie von anderen Führhilfen mit nach innen vorstehenden Elementen. Die Verbote gelten unabhängig davon, ob untersagte Hilfsmittel im Fachhandel angeboten werden oder nicht. Müssen Hunde einen Maulkorb tragen, muss dieser anatomisch richtig geformt sein und dem Tier ausreichendes Hecheln ermöglichen. Schliesslich darf bei der Hundeerziehung nie übermässige Härte zum Einsatz kommen.

TIR – Stiftung für das Tier im Recht (dog-community.ch)

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